Cafe Bechet

IMG_4603Ich bin bestimmt schon 20 Mal an diesem kleinen Cafe in Ginza vorbeigelaufen, ohne es bemerkt zu haben. Der Eingang liegt ein bisschen nach hinten versetzt, so dass man diese friedliche Kaffeeoase schnell übersehen kann.Das Cafe Bechet ist nach dem bekannten Jazz Klarinettisten Sidney Bechet benannt. Deswegen wird im Hintergrund auch seine Musik gespielt.
Das Cafe ist ein lang gezogener Raum mit 6-7 Tischen, an denen jeweils vier Leute Platz nehmen können und einem entsprechend langen Tresen, an dem man dem Barista bei der Kaffeezubereitung zusehen kann.
Im Cafe Bechet wird hauptsächlich Filterkaffee (drip coffee) serviert. Diese art der Kaffeezubereitung ist ja nach dem langen italienischen Espresso-boom wieder sehr in Mode gekommen. Und auch in Tokio gibt es viele kleine Cafes, die jenseits der üblichen Ketten, köstlichen Filterkaffee anbieten.
Im Bechet gibt es zahlreiche Mischungen verschiedener Röstungen und Kaffeesorten aus unterschiedlichen Anbaugebieten weltweit. Ich bestelle mir meistens einen Blend Coffee French Roast. Er hat für mich die passende Säure bzw. Milde und Stärke. Aber hier heißt es einfach experimentieren und ausprobieren. Jeder hat schließlich seinen eigenen Geschmack.
Nach der Bestellung kann es schon mal 10-15 Minuten dauern bis das Zubereitungsritual für eine Tasse Kaffee beendet ist und das heiß dampfende Getränk vor einem steht. In Eile sollte man also nicht sein. Besser ist es, was zum Lesen mitzubringen und den Kaffee in aller Ruhe zu genießen. Statt was zum Lesen kann man natürlich auch seine Freunde mitbringen. Man ist in dem kleinen Cafe jedenfalls wie in einer anderen Welt, ganz abgeschirmt von der lauten, geschäftigen Stadt draußen.
Was einen nicht stören darf, ist, dass im Cafe geraucht werden darf. Es mischen sich daher auch immer Raucher unter die Gäste. Aber die paar Male, die ich jetzt dort war, war es für mich als Nichtraucher nie störend. Im Gegenteil, meistens fand ich den leichten Zigarettengeruch, der in der Luft lag, sogar sehr anregend. Es erinnerte mich an die Cafes früher in Europa, als dort noch geraucht werden durfte.
Überraschender Weise finden sich im Cafe Bechet oft einzelne Männer als Gäste ein, die auf eine Tasse Kaffee vorbeikommen. Selten sind die fröhlichen Frauengruppen zu sehen, die es mehr in die schickeren Cafes in Ginza zieht.
Und ach ja, der Kaffee schmeckt übrigens ganz hervorragend.

Thomas Wilhelm

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