Shirakawago & Gokayama (Kulturerbe/1995)

„Shirakawago“ (das Dorf liegt in Gifu-Präfektur) und „Gokayama“ (in Toyama-Präfektur) sind für ihre besonderen Häuser bekannt. Diese Dörfer mit ihren eigenartigen Häusern wurden relativ früh im Jahr 1995 zum UNESCO Kulturerbe berufen.

Sie werden in einem Architekturstil „Gassho-Zukuri“ gebaut. „Gassho“ heißt etwa zum Beten beide Hände zusammen zu falten. Die Strohdächer der Häuser sind sehr steil, sie haben manchmal ein Gefälle bis zum von 60 Grad. Aus einiger Entfernung sehen die Hausdächer den zum Gebet gefalteten Händen ähnlich aus. In diesem Gebiet schneit es im Winter sehr viel. Man vermutet, dass man die extra steilen Dächer gebaut, um Schneeräumen zu erleichtern. Nach den Erzählungen gründeten ausbildende Mönche, die den hiesigen Berg „Hakusan“ als Gott anbeteten, dieses Dorf. Ab 17. Jahrhundert baute man in diesem Gebiet nach und nach hier typische Häuser.

Das war einem Gebiet wie hier nicht leicht, ein großes Ackerland oder Grundstück für das Haus zu gewinnen. Als eine Lösung des Problems entwickelte man extra diese Architekturstil. Man konnte von einem kleinen, aber hohen Haus genüge Wohnfläche für seine große Familie gewinnen, und rund um das Haus konnte man Landwirtschaft betreiben. Man benutzte oft die Räume im Erdgeschoss und ersten Stock für seine Haustiere oder als eine Fabrik für eine Heimindustrie. In größter Häufigkeit betrieb man Seidenbau. In der Meiji-Zeit (1868-1912) züchtete man Seidenraupen in größerem Ausmaß, damit wurde Hausgröße auch zunehmend erweitert. Im 19. Jahrhundert, Mitte der Meiji-Zeit erreichte die Anzahl der Häuser in „Gassho-Zukuri“-Stil in diesem Gebiet den Höhepunkt, etwa 1850 Häuser konnte man zählen. Danach nahm die Anzahl der Häuser ab, weil es den Bewohnern schwerfiel, ein solches Haus zu pflegen. Die gesamten Strohdächer müssen alle 30 bis 40 Jahre komplett erneuert werden. Das ist in der Gegenwart fast unmöglich, dass eine Familie diese schwere Arbeit allein zu schaffen, weil nur wenige ältere Menschen sich mit der Methode auskennen.

Außer des Seidenbaus waren diese Dörfer als Erzeugerorte für Schießpulver bekannt. Seit der Einführung von Lunten-Schloss in Japan (im Jahr 1543) legten viele Landesherren großen Wert auf Schießpulver. In diesen Dörfern erzeugte man als Nebenbeschäftigung Schießpulver aus getrockneten Raupen-Exkrementen und Gräsern. Damit spielte diese Gegend eine große Rolle für das machtvolle Fürstentum Kaga (Kaga-Han), das nebenan lag. In der Edo-Zeit (1603-1868) nannte man diese Gegend „Pulverkammer“ von Kaga-Fürstentum und die aufeinanderfolgenden Landesherren von Kaga-Han unterstützte dieses Gebiet und gaben viele steuerliche Vorteile.

In „Shirakawago“ und „Gokayama“ gibt es noch ein paar bewohnte Häuser. Manche Familien betreiben sogar darin ein Familien-Hotel. Im solchen Hotel wird oft Essen an einer Feuerstelle serviert. Man kann dort ein damaliges idyllisches Leben selber erleben.

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