Yoshino

Yoshino ist seit dem 6. Jahrhundert, der Einfuhr des Buddhismus nach Japan, eines der wichtigsten Zentren für die „Shugendo“-Sekte. „Shugendo“ ist eine alte japanische synkretistische Religion. Die Anhänger der Religion, oft auch „Yamabushi“ genannt, vollziehen magisch-religiöse Rituale und asketische Praktiken in den Bergen. Ihre Ziele sind das Buddha-Werden in diesem Leben und das Erlangen von übernatürlichen Fähigkeiten.

 

Der Kinpusenji-Tempel ist das Wahrzeichen von Yoshino und einer der wichtigsten Tempel der synkretistischen Religion. „Kinpusenji“ hat die Bedeutung „Gold Gipfel Berg“. Dieser Name bezeichnet die gesamte Region einschließlich des Omine, der als spirituelle Gebirgslandschaft gilt, und heute innerhalb des Kumano-Yoshino National Parks als kulturelles Welterbe registriert ist.

 

Nach der Überlieferung wurde dieser Tempel im 7. Jahrhundert von einem Bergasketen, En no Ozuno, gegründet. In der Heian-Zeit (794-1185) richtete der Shingon Mönch Shobo die Tempelanlage wieder her, stellte Zao-Statuen auf, legte Pilgerwege an und gründete einige kleinere Tempel in der näheren Umgebung. Lange stand der Tempel daher unter dem Einfluss der esoterischen Shingon-Schule. In der Edo-Zeit (1603-1867) wurde 1614 auf Anordnung des Shogun Tokugawa Ieyasu der Tempel der Tendai-Schule unterstellt. Mit dem Beginn der Meiji-Zeit (1868-1912) verbot die neue Regierung im Rahmen der erzwungenen Trennung von Shinto und Buddhismus (Shinbutsu-Bunri) die synkretistischen Praktiken des Shugendo. Der Kinpusenji-Tempel und eine Reihe von Zweigtempeln in dieser Umgebung wurden aufgelöst, teils auch abgerissen. Erst 1886 erlaubte man die erneute Inbetriebnahme durch die Tendai-Schule. Nach dem Zweiten Weltkrieg machte sich der Tempel als Haupttempel eines Shugendo-Zweigs selbstständig.

 

Seine Haupthalle, die „Zaodo-Halle“, ist nach der „Halle des großen Buddha“ vom Todaiji-Tempel der zweit größte Holzbau Japans. Im quadratischen Gebäude (36 x 36 Meter groß und 34 Meter hoch) sind drei Zao-Statuen, die 7 Meter hoch sind, aufgestellt. Das jetzige Gebäude wurde im Jahr 1592 mit der Unterstützung von der Familie Toyotomi gebaut.

 

Yoshino ist seit Urzeiten auch für seine brillante Kirschblüte und die Vielfalt der Kirschbäume sehr berühmt. Etwa 30.000 verschiedene Sorten an Kirschbäumen blühen nach und nach vom Fuß des Berges bis zum Gipfel. Im Frühling verfärben sich die ganzen Berge fein-rosa.

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